Was ist IQM-Demenz?

Ein besonderes Qualitätsmanagementsystem

Das Integrierte Qualitätsmanagement Demenz (IQM-Demenz) ist ein von der Deutschen Expertengruppe Dementenbetreuung e.V. entwickeltes System zur Verbesserung der Betreuungsqualität in stationären Pflegeeinrichtungen.

Woher kommt IQM-Demenz?

Seine Grundlage ist das kanadische Instrument "Standards for Long Term/Continuing Care Organizations". Es ist auch in Australien und Neuseeland für die Altenhilfe verbindlich. Weltweit ist es in der Altenhilfe Vorbild für etwa ein Drittel aller Qualitätsmanagementsysteme. Die Deutsche Expertengruppe Dementenbetreuung e.V. (DED) hat es im Hinblick auf die Demenzproblematik umfassend erweitert und mit wesentlicher Förderung des Bundesministeriums für Frauen, Senioren, Familie und Jugend (BMFSFJ) in einem mehr als dreijährigen Modellversuch bundesweit erprobt (Siehe Veröffentlichung des BMFSJ "Aktuelle Forschung und Projekte zum Thema Demenz" 2006, S. 23).

IQM wird erfolgreich in Kanada, Neuseeland und Australien angewendet und definiert dort den nationalen Konsens für Qualität.

Was bedeutet "integriert"?

IQM-Demenz integriert alle für eine gute Pflege und Betreuung notwendigen Bedingungen und Anforderungen der Arbeitsbereiche (Pflege, Hauswirtschaft, Verwaltung etc.) einer Einrichtung. Das Verfahren berücksichtigt sowohl den aktuellen Wissensstand als auch gesetzliche Rahmenbedingungen, wie die Qualitätsprüfungsrichtlinie (QPR) des MDK. Verwendet eine Einrichtung bereits ein anderes QM-System (z.B. DIN ISO oder EFQM), nutzt IQM-Demenz die im Zusammenhang damit entwickelten Verfahren.

Was ist das Besondere an IQM-Demenz?

IQM-Demenz wurde aus der Pflege heraus speziell für die stationäre Arbeit mit Demenzkranken entwickelt. Im Mittelpunkt steht die Frage: "Was können alle Beteiligten - Pflege- und Betreuungskräfte, Hauswirtschaft, Verwaltung, Leitung und Träger - tun, damit es den Demenzkranken so gut wie möglich geht?" Alle Qualitätsmerkmale wurden auf dieses Ziel hin formuliert. Darin besteht der zentrale Unterschied zu anderen QM-Systemen.

Die Erprobung von IQM - Demenz in "Best practice" Einrichtungen hat ergeben: IQM-Demenz verbessert den Umgang mit den Demenzkranken, bindet Mitarbeiter/innen aller Abteilungen und Ebenen ein, verbessert die interne Kommunikation, das Risikomanagement und fördert die Transparenz. Die Einführung von IQM Demenz findet in einer Gruppe von Einrichtungen statt und fördert den kollegialen Austausch und die Vernetzung. Zum Abschluss der Einführung des Systems - nach knapp 3 Jahren -  erhält die Einrichtung ein Feedback von besonders geschulten und erfahrenen Kollegen.

Wer kann IQM-Demenz nutzen?

Der MDS hat das IQM-Demenz als einziges Qualitätsmanagementsystem in seine Grundsatzstellungnahme "Pflege und Betreuung von Menschen mit Demenz" (S.196 f.) aufgenommen. Es eignet sich für jede Pflegeeinrichtung, da die Pflege und Betreuung Demenzkranker in fast allen Einrichtung ein wesentlicher Teil der Arbeit geworden ist.

Wie arbeitet eine Einrichtung mit IQM-Demenz?

In mindestens 11 Schulungs- und Informationstagen werden Einrichtungsleitung, Qualitätskoordinator/in  und Moderatoren mit den Anforderungskatalogen und dem Projektmanagement vertraut gemacht. Jede Einrichtung bearbeitet die Qualitätsbereiche in Teams. Jede Einrichtung erhält mindestens 2 Tage interne Prozessbegleitung.

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